Heilsames Schreiben

Poesie- und Bibliotherapie (andere Bezeichnungen dafür sind auch Heilsames Schreiben, Schreibtherapie etc) ist ein Verfahren zur Therapie und Selbstanalyse.
Dies geschieht durch angeleitete Schreibanregungen und auch Literaturempfehlungen in Kleingruppen oder im Einzelsetting.
Es zählt wie die Gestalt- oder Maltherapie zu den expressiven und kreativen Therapien.
Wort und Schrift hatten schon immer ein heilsames Potential wie man es zum Beispiel aus Lobliedern oder Gebeten kennt.
Auch Sigmund Freud hatte bereits die Wirkung der Worte in Form von Traumtagebüchern erkannt.
Seine Methode des freien Assoziierens ist weitreichend bekannt.
Schreiben ist eine Wahrnehmungsschulung, die eine Persönlichkeitsentwicklung und gleichzeitig
einen inneren Wachstumsprozess einleiten bzw. fortsetzen kann.
Regelmäßiges Schreiben führt zur Stressreduktion, fördert die Emotionsregulation,
verstärkt die Eigenverantwortlichkeit und die seelische Widerstandsfähigkeit.
Schreiben hat somit auch einen gesundheitsfördernden Effekt.
Der Schwerpunkt liegt jedoch nicht auf den besonderen literarischen Fähigkeiten oder der Orthographie.
Die Anwendungsgebiete sind vielfältig.
Zum Beispiel in der Trauerarbeit und Sterbebegleitung, mit älteren Menschen in der Seniorenbetreuung,
bei somatischen bzw psychischen Erkrankungen oder einfach nur um des Schreibens willen.
In Amerika hat die Poesietherapie neben anderen expressiven Therapien schon lange einen anerkannten Platz.
Im deutschsprachigen Raum ist die Poesietherapie eher im Randbereich der Kreativtherapien zu finden.
In Deutschland gibt es in diesem Bereich bereits mehrere Institutionen, deren Ziel es ist,
das Schreiben als wichtige Ressource im therapeutischen Alltag zu etablieren.